Überarbeitung diverser Regelungen zur Nachhaltigkeit stehen an
Die Europäische Kommission hat sowohl die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) als auch das europäische Lieferkettengesetz (CSRD) überarbeitet, um Unternehmen von administrativem Aufwand zu entlasten. Hier kurz die wesentlichen Änderungen zu den beiden Regelungen, die voraussichtlich kommen werden:
CSRD:
- Neue Schwellenwerte für die Berichtspflicht: Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitenden sind künftig von der Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) befreit (vorher galt die Grenze von 250 Mitarbeitenden).
- Bestehende Umsatz- und Bilanzsummengrenzen bleiben bestehen: Unternehmen, die einen Umsatz von mehr als 50 Mio. € oder eine Bilanzsumme über 25 Mio. € aufweisen, bleiben berichtspflichtig – unabhängig von der Anzahl der Mitarbeitenden.
- Zeitliche Verschiebung der Berichtspflicht: Unternehmen, die ihre Berichterstattung ab 2026 oder 2027 hätten einführen müssen, erhalten zwei Jahre Aufschub.
- Vereinfachung der Anforderungen: Branchenspezifische Vorgaben entfallen, und die Menge der erforderlichen Berichtsdaten wird reduziert.
CS3D:
- Ausrichtung der Sorgfaltspflichten auf direkte Geschäftspartner ähnlich wie es heute schon im deutschen Gesetz verlangt wird.
- Abschaffung der Pflicht zur Beendigung der Geschäftsbeziehung als ultima ratio: Auch wenn nachteilige Auswirkungen nicht verhindert oder gemindert werden können, sollten Unternehmen nicht zur Beendigung der Geschäftsbeziehung mit direkten Geschäftspartnern verpflichtet sein.
- Verlängerung der Intervalle, in denen die Unternehmen die Angemessenheit und Wirksamkeit der Sorgfaltspflichtmaßnahmen regelmäßig überwachen müssen von einem auf fünf Jahre.
- Eingrenzung der zivilrechtlichen Haftungsrisiken: Aspekte der zivilrechtlichen Haftungsklausel sollen gestrichen werden.
In Summe ist zu erwarten, dass diese Änderungen zu einer Aufwandsverringerung beitragen. Die Unsicherheit in Bezug auf die Aktualität und Verlässlichkeit der Aussagen ist allerdings enorm und führt aktuell zu einer starken Verunsicherung der Unternehmen.